Der letzte Volkswagen, der in der Ära Pischetsrieder entwickelt wurde, verschwindet aus dem Programm. „Der Scirocco kann nicht mehr mit einer individuellen Ausstattung bestellt werden. Jedoch stehen für Sie fertige, bereits produzierte Fahrzeuge zur Verfügung“, informieren die Wolfsburger auf ihrer Webseite.

Volkswagen Scirocco I

Damit endet bis auf weiteres die Ära sportlicher Coupés bei Volkswagen. Sie hatte 1974 mit der ersten Generation des Scirocco begonnen. Das extrem leichte und kantig-modern gezeichnete Coupé wurde bis 1981 in über einer halben Million Einheiten hergestellt. Der vom Hannoveraner Autohaus Nordstadt in Handarbeit hergestellte Sportkombi Sciwago sollte den Scirocco der dritten Generation bereits vorwegnehmen.

Volkswagen Scirocco II Giugiaro

Zunächst jedoch kam die zweite Modellgeneration auf den Markt; Volkswagen hatte einen reichlich konservativen Vorschlag von Giugiaro verworfen und sich für den hauseigenen Entwurf entschieden.

Volkswagen Scirocco II White Cat

„Vorne Bleistift, hinten Osterei“ wurde damals gespottet – doch das Auto wirkt noch heute modern. Karmann schlug eine Targa-Version vor, die es nicht in die Serienproduktion schaffte.

Volkswagen Corrado G60

Die Arbeiten am Nachfolgemodell verliefen nicht ganz nach ursprünglichem Plan: Das Coupé geriet so teuer und anspruchsvoll, dass sich die Wolfsburger entschieden, es oberhalb des Scirocco einzuführen. Als Corrado kam er zunächst ausschließlich mit einem relativ anfälligen, 160 PS starken Vierzylinder mit G-Lader auf den Markt. Später folgte ein VR6 sowie zwei leistungsschwächere Vierzylinder. Doch der Corrado überlebte den Scirocco II nur um drei Jahre. Karmann schlug einen Roadster vor – vergebens.

Neustart als Shooting Break

Volkswagen Iroc

Nach dem schwachen Auftritt des Corrado ließ sich VW stolze 13 Jahre Zeit mit dem Neustart. Der Prototyp namens Iroc wurde im August 2006 in Berlin gezeigt; Wolfgang Bernhard enthüllte damals den aggressiv gezeichneten Shooting Break. Es war einer seiner letzten Auftritte, bevor er und Chefdesigner Murat Günak den Konzern verlassen musste. Das große Kühlermaul des Iroc verschwand noch bis zum Serienstart, ansonsten ließ sich nicht mehr viel korrigieren. Das Armaturenbrett wurde aus Kostengründen direkt vom Eos übernommen.

Volkswagen Scirocco R

Jedenfalls wurde der Shooting Break, basierend auf der PQ35-Plattform des Golf V, zum Dauerbrenner im VW-Programm. Das Modellprogramm wurde schließlich vom 265 PS starken Scirocco R gekrönt, der nach dem Facelift nochmals auf 280 PS stieg. Trotz simuliertem Sperrdifferential („XDS“) brachte dieser Fronttriebler die Leistung kaum auf die Straße. Es folgte ein Sondermodell namens GTS, das auf eine Variante des Scirocco II Bezug nahm.

Volkswagen Scirocco I und III

Jetzt also ist der Scirocco aus dem Volkswagen-Programm gestrichen worden. Es gibt überhaupt nur noch einen echten Shooting Break auf dem Markt: Den Ferrari GTC4 Lusso. Alle anderen Shooting Breaks sind Fünftürer – und gehören damit strenggenommen nicht zur Gattung. Wer sich den Ferrari nicht leisten mag, sollte vielleicht noch einmal beim VW-Händler vorsprechen.


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QuelleVolkswagen
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