Kompakt- und Kleinwagen mit hoher Motorleistung und Ausstattung sind ein fast ausschließlich europäisches Phänomen. In Asien läßt man sich gerne chauffieren, in den USA sind die Straßen und Parkplätze für größere Autos passend. Doch Oberklasse-Technik in kompakter Schale hat ihren spezifischen Reiz.

Das Angebot ist überschaubar: Man muß Retro-Design mögen, um sich für einen Mini zu entscheiden. Und der DS3 von der noblen Citroën-Tochter DS ist derzeit nur mit wenigen Motoren lieferbar. Gut, dass es Audi gibt: Im Herbst kommt die zweite Modellgeneration des A1 auf den Markt.

Dabei gibt es bedeutende Änderungen: Die dreitürige Variante entfällt, weshalb der A1 jetzt auch auf die vollständige Modellbezeichnung A1 Sportback hört. Die sparsamen TDI-Varianten sind Geschichte, und es gibt im Moment auch noch keinen Allradantrieb.

Das hindert den neuen A1 jedoch nicht daran, freimütig Anleihen an die Quattro-Historie zu nehmen. Audi-Chefdesigner Marc Lichte schätzt die auffälligen „Quattro-Blister“, die zuerst 1980 auftauchten und optisch den Allradantrieb unterstreichen. Zudem sitzen an der Vorderkante der Motorhaube drei stilisierte Lüftungsschlitze – wie beim Sport Quattro von 1985.

Während der A1 um ein paar Zentimeter länger geworden ist, sind Höhe und Breite praktisch identisch geblieben – eine lobenswerte Entscheidung bei einem Stadtauto.

Schon beim ersten A1 setzte Audi auf Kontrastfarben. Doch während beim Vorgängermodell die Dachbögen lackiert sind und damit die seit dem Audi A6 (C5) markenprägende Dachform unterstreichen, werden beim neuen A1 lediglich die A-Säulen und die Oberseite des Dachs lackiert; die Kontrastlackierung setzt sich von der Türoberkante bis in den Dachspoiler fort, während die C-Säule in der Farbe des Fahrzeugkörpers lackiert ist.

Die prominente C-Säule verweist damit wiederum auf den originalen Quattro von 1980. Übrigens sind die Auspuffblenden bei der Spitzenversion funktional – sehr gut!

Oberklasse-Funktionen im 4-Meter-Auto

Das Cockpit ist futuristisch gezeichnet, etwas weniger kühl-elegant als bei den großen Audi-Modellen, dafür mit farbigen Akzenten. Die Designlinien in Interieur und Exterieur können frei kombiniert werden.

Dem Oberklasse-Anspruch will Audi mit einer volldigitalen Instrumentierung und einem MMI-Radio mit optionaler Touch-Screen-Eingabe gerecht werden. Es gibt eine Bang & Olufsen-Stereoanlage mit 560 Watt Leistung und elf Lautsprechern. Und das teuerste Navigationssystem verfügt über eine dreidimensionale Kartendarstellung und Echtzeit-Aktualisierungen, die zum Beispiel die aktuellen Benzinpreise enthalten. Ob sich die Anschaffungskosten dadurch amortisieren lassen, sei dahingestellt…

Die Motorenpalette reicht von 95 bis 200 PS und vom 1,0-Liter-Dreizylinder bis zu einem 2,0-Liter-Vierzylinder; es gibt eine Sechsgang-Handschaltung oder Doppelkupplungsgetriebe. Bei den Modellbezeichnungen beweist Audi Humor: Das Spitzenmodell hört beispielsweise auf die Kombination A1 40 TFSI – als sei unter der Motorhaube ein 4,0-Liter-Achtzylinder verbaut. Oder hält man diese Form fiktiver Modellbezeichnungen für eine clevere Art der Verkaufsförderung?

Die Käufer werden sich davon nicht stören lassen. Denn in dem kleinen, aber sehr feinen Segment, in dem sich der Audi A1 bewegt, dürfte er das objektiv beste Angebot darstellen.


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QuelleAudi
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