Typische BMW gibt es in vielen Ausprägungen: als 507 mit V8-Motor, als 2002 mit vier Zylindern und später auch als V12. Doch seit in den späten 60er und in den 70er-Jahren der seidenweiche Sechszylinder M30 und der kleinere M20 ins Modellprogramm Einzug hielten, war der Kern der Marke klar definiert: Durch hinterradgetriebene Modelle, die von einem Reihen-Sechszylinder angetrieben wurden, freisaugend und gekoppelt an eine manuelle Schaltung.

Sechszylinder-Sauger gibt es leider schon einige Jahre nicht mehr: Sie wurden weitgehend durch Vierzylinder-Turbomotoren ersetzt, in der Spitze kommen Sechszylinder-Reihenmotoren mit Turboaufladung zum Einsatz. Und jetzt verschwindet bei den anspruchsvolleren Modellen die Handschaltung. BMW hat ihr mit der Modellpflege im Sommer 2018 weitgehend den Garaus gemacht.

Beim kompakten M140i sowie beim 340i und beim 440i Coupé gehört der von ZF zugelieferte Achtstufen-Wandlerautomat jetzt zur Serienausstattung. Diese Modelle – so BMW – „profitieren“ nunmehr von der bislang aufpreispflichtigen Motor-Getriebe-Kombination. Selber schalten in einem Sechszylinder geht nun im regulären BMW-Programm nicht mehr, während 25 Extra-Kilo die Leichtbau-Bemühungen konterkarieren.

Dafür bietet das automatische Rührwerk dem sportlichen Fahrer ganz neue Möglichkeiten: Stolze 8 Gänge erlauben es, sich für jede gegebene Fahrsituation aus einer Vielzahl von Fahrstufen zu bedienen. Lässt man das Getriebe selbst schalten, kann anhand der Akustik das Ratespiel beginnen, welche Stufe gerade eingelegt sein mag.

Die leistungsstarken Vierzylinder-Modelle verlieren ebenfalls die Handschaltung, beim 5er fliegt sie sogar ganz aus der Baureihe: Auch im 520d wird sich das Engagement der Fahrer in Zukunft auf das Einlegen der Stufe „D“ beschränken.

BMW führt an, dass Automatikgetriebe mit ihrer Vielzahl an Übersetzungen im Testzyklus den Verbrauch senken; die kurzen Schaltzeiten wiederum führen zu besseren Beschleunigungswerten. Ohnehin hätten sich die Präferenzen der Kunden gewandelt.

Man darf das durchaus schade finden. Denn was einen BMW auszeichnet und von profaneren Autos abhebt, ist die direkte Anbindung des Fahrers an die Technik; das befriedigende Erlebnis, die Mechanik buchstäblich perfekt im Griff zu haben. Und das Führen eines Schalthebels im Zusammenspiel mit Gas und Kupplung ist etwas anderes als das Zupfen an Lenkradpaddeln, mit denen eine Fahrt zur Simulation eines Videospiels avanciert.

Wahlfreiheit weit unten

Es gibt zwei Segmente, in denen BMW dem Fahrer auch weiterhin die Wahl lässt: Weit unten, im günstigen Einstieg, kann man weiterhin Handschaltgetriebe ordern. Und ganz oben, bei einigen Modellen der Sub-Marke M-GmbH, wird die manuelle Schaltung von Enthusiasten weiterhin gefordert. Die Verbauquote in M2, M3 und M4 ist so hoch, dass BMW die Handschaltung auch in den Folgegenerationen anbieten wird.

Doch bei den drei M-Modellen trübt ein anderer Wermutstropfen die Schaltfreude gravierend: Eine automatische Zwischengasfunktion, die es stets besser weiß als der Fahrer. Handschaltung zum Abgewöhnen. Das Schaltgetriebe im M140i, 340i und 440i kam ohne das enervierende Gimmick aus. Wer noch einen will, muss sich jetzt sehr beeilen.


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QuelleBMW
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