BMW hat das Segment erfunden, und während andere Hersteller gerade einmal mit der ersten Generation auf dem Markt sind, lancieren die Bayern jetzt die zweite Generation ihres zweiten SUV-Coupés: Die Rede ist vom X4. Er verhält sich zum X3 wie der X6 zum X5: Ein weniger praktisches, jedoch teureres Derivat mit einer „schnellen“ Dachlinie.

Der erste X4 hat dem BMW-Vertrieb viel Freude bereitet, war aber ästhetisch nicht perfekt umgesetzt. Denn er war ein Nachgedanke, wurde für einen halben Modellzyklus konstruiert – und wirkte wie ein X6 als Papierfaltarbeit. Der neue X4 wurde hingegen von Anfang an eingeplant – und so konnte BMW ihm mehr Charakter verleihen. Ein Beispiel? Die breite hintere Spur, die schwer in die Plattform zu integrieren war – aber sie ist ein wichtiger Bestandteil des neuen X4-Charakters und dient dazu, ihn vom X3 zu distanzieren.

„Der X4 ist ein Trendsetter, und deshalb haben wir seine Athletik betont“, sagt BMW und fügt hinzu: „Das Design ist jetzt einzigartig und nicht vom X3 abgeleitet.“ Das ist buchstäblich eine Halbwahrheit: Die Frontpartie ist praktisch nicht zu unterscheiden, aber das Heck ist weit entfernt vom X3 und es sieht auch völlig anders aus als das X6: „Breiter, niedriger, mit besserer Aerodynamik“, verkündet BMW stolz.

Die Radgrößen liegen zwischen 18 und 21 Zoll; 19- und 20-Zoll-Räder sind der beste Kompromiß, mit den 21-Zoll-Rädern wirkt der X4 wie auf Stelzen (wobei dieser spezielle Look manchen Kunden erst recht gefallen wird).

Trotz der muskulösen, coupéhaften Erscheinung ist nicht nur vorn, sondern auch hinten viel Platz. Erwachsene werden auf den Rücksitzen auch auf langen Reisen gut zurechtkommen. Und das Interieur ist perfekt verarbeitet, wenn auch etwas konservativ gezeichnet. Kleiner Wermutstropfen: Die kratzempfindliche Oberfläche einiger softlackierter Kunststoffteile.

Zeit, sich ans Steuer zu setzen. Und wir glauben, daß BMW den sportlichen Anspruch des X4 vielleicht etwas überbetont. Die Vordersitze sind übertrieben eng, und im „Sport“ -Modus ist die Lenkung einigermaßen schwergängig. Ein „Sportfahrwerk“ ist Standard, aber die Stabilitätskontrolle agiert viel zu eifrig: Weniger Interventionen wären mehr, und dabei würden wir nicht nur mehr Übersteuern, sondern sogar Untersteuern in Kauf nehmen, wenn das System nur nicht so massiv eingriffe.

Perfekter Dieselmotor

Der X4 kommt mit einer Vielzahl von Motoren auf den Markt; die zwei attraktivsten davon verfügen über sechs Zylinder, die nach alter Väter Sitte in Reihe angeordnet sind. Sie tragen das „M Performance“-Signum und heißen „40i“ und „40d“, was im Neusprech der Marketing-Abteilung 3,0 Liter Hubraum bedeutet. Der Turbodiesel, den wir kürzlich auch in anderen BMW Modellen erprobt haben, ist ein absolut perfektes Triebwerk: Souverän und hocheffizient.

Der Ottomotor kommt an den Diesel nicht ganz heran; er ist ähnlich schnell und klingt besser, ist aber weit weniger effizient. Die ZF-basierte Achtgang-Automatik ist an die Motoren perfekt angepaßt, mit Ausnahme des etwas zu hektischen „Sport“ -Modus.

In Deutschland beginnen die Preise für den X4 mit 184-PS-Vierzylinder bei 49 700 Euro. Sowohl für den M40d mit 326 PS als auch für den M40i mit 354 PS müssen 70 900 Euro den Besitzer wechseln. Das ist nicht billig, aber ein angemessener Preis für dieses charaktervolle und aggressive SUV-Coupé, das der Konkurrenz einmal mehr voraus ist.


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QuelleBMW
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