Im Juni wurde er der Presse über den Dächern von Paris vorgestellt, jetzt war er auf Korsika erstmals zu fahren: Der Citroën C3 Aircross, mit dem die Franzosen das schnell wachsende Segment der kompakten Crossover aufmischen wollen. Die Optik polarisiert, uns gefällt sie. Die Zahl der Farbkombinationen beläuft sich übrigens auf 85. Außerhalb Deutschlands sind es 90 – denn es gibt dort auch noch ein orangefarbenes Dach.

So frisch das Exterieur ist, so interessant ist das Cockpit gestaltet. Im mit weich kaschiertem Kunstleder bezogenen Armaturenbrett sind die Instrumente leider weit nach unten gesetzt; das mit den Technik-Paketen lieferbare Head-Up-Display wird dadurch fast zur Pflicht. Für ein Familienauto gibt es eigentlich relativ wenige Ablagen. Diejenige über dem Handschuhfach ist allerdings gummiert, und selbst bei zügiger Kurvenfahrt rutscht kein Handy herum.

Das Raumangebot ist auf allen Plätzen großzügig, die Rückbank verschiebbar, so dass der Citroën C3 Aircross auch für größere Fahrten oder Transportaufgaben empfiehlt. Die cool designten Sitzlehnen bieten allerdings wenig Seitenhalt, hinten sieht es diesbezüglich noch schlechter aus.

Das ist besonders schade, weil sich der Franzose mit ausgesprochen agilem Handling profiliert; das Fahrwerk gehört zum besten, was wir bei kompakten Fronttrieblern erlebt haben. Und dies gilt sowohl bei hervorragendem Asphalt wie bei sehr schlechter Straße. Auch tiefe Bodenwellen werden souverän gemeistert. Die hervorragende, durchaus sportliche Abstimmung ist nicht zu hart und nicht zu weich; das Einlenkverhalten ist präzise wie bei den besseren Volkswagen-Modellen. Trotz Frontantrieb geht dem Citroën C3 Aircross jede Untersteuerneigung ab. Wir konstatieren: Frontantrieb kann Citroën deutlich besser als etwa BMW beim 2er Gran Tourer.

Verzichten könnten wir hingegen auf das fünfstufig verstellbare System „Grip Control“ – eine Spielerei, die aus dem Citroën C3 Aircross keinen Geländewagen macht. Die „Grip Control“-Ausstattung kommt zudem automatisch mit wenig empfehlenswerten Allwetterreifen, die besonders bei Nässe enttäuschen. Und der Spurassistent, eines von 12 Assistenzsystemen, ist auf der Landstraße derart lästig, Citroën bei der Testwagenausgabe gleich empfohlen hat, ihn abzuschalten. Das muss dann bei jedem Neustart erfolgen und dauert eine gefühlte Ewigkeit.

Der Diesel ist besser

Wir sind den Citroën C3 Aircross mit dem 110-PS-Dreizylinder-Ottomotor und Automatik sowie mit dem 120-PS-Vierzylinder-Diesel und Handschaltung gefahren. Von diesen beiden Motoren ist der Selbstzünder klarer Favorit. Die Akustik beim Benziner ist weniger angenehm als beim Diesel. Und obwohl auch diese Version Spaß macht, kommt sie in Sachen Fahrvergnügen nicht an den Diesel heran. Sofern man den Diesel über 2000 U/min hält, lässt sich das massive Drehmoment praktisch verzögerungsfrei abrufen.

Eigentlich hatte Citroën beim C3 Aircross einen Verkaufsmix von 50:50 zwischen Benziner und Diesel erwartet. Dank der aktuellen Diskussion erwartet man jetzt einen Benziner-Anteil von 65 Prozent. Schade, denn mit dem Diesel wird dieser interessante und fahraktive Crossover nahezu perfekt.


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