Dass der Citroën C4 Cactus etwas braver aussieht als bisher, haben wir bei der Weltpremiere Ende Oktober 2017 beschrieben: Das Design – zu 90 Prozent wurden neue Bauteile verwendet – polarisiert weniger stark, und es verfügt nunmehr über ein paar SUV-typische Elemente.

Wenig verändert wurde die Innenausstattung mit dem nach wie vor schön gestalteten, sehr eigenständigen Armaturenbrett. Zu beklagen ist hier allerdings der Verlust der durchgehenden Sitzfläche – eines der schönsten Elemente der ersten Modellgeneration, das allerdings wegen der Position des Wählhebels an bestimmte Antriebskombinationen gekoppelt war.

Deutlich sind jedoch die Änderungen am Fahrwerk. Und das konnten wir jetzt bei Testfahrten mit dem 110-PS-Ottomotor mit 8-Gang-Automatik und dem 130-PS-Otto mit 6-Gang-Handschaltung erfahren.

Dabei fanden wir, dass die 110-PS-Maschine für normales Fahren völlig ausreichend ist. Die Wandlerautomatik schaltet zwar leicht verzögert, ist aber in Kombination mit dem 110-PS-Motor wohl die beste Wahl für den Alltagsbetrieb. Motor und Automatikgetriebe harmonieren perfekt.

Die 130 PS der stärkeren Variante benötigen hingegen viel Drehzahl, um sich zu entfalten. Dann sind sie allerdings deutlich zu spüren. Die Schaltung ist präzise, die oberen Gänge sind allerdings sehr lang ausgelegt, was vermutlich einer energiesparenden Zyklus-Strategie geschuldet ist. Resultat: Auf der Landstraße haben wir den 6. Gang kaum nutzen können.

Das Fahrwerk kann alles

Herausragend ist das Fahrwerk. Mit den neuen „Hydraulic Cushion“-Dämpfern ist der Wagen extrem komfortabel. Damit lässt sich gemütlich fahren, aber das Fahrwerk ist auch für eine sportliche Gangart gut abgestimmt. Und damit belegt es auch: Verstellbare Fahrmodi, auf die sich andere Hersteller soviel zugute halten, sind in dieser Fahrzeugklasse Unsinn.

Die Bremsen sind gut abgestimmt. Und die Lenkung wirkt geringfügig weich in der Mitte, ist aber insgesamt präzise. Komfort und Handling markieren den größten Vorprung gegenüber dem bisherigen Modell und markieren in mancher Hinsicht die Spitze im Segment.

„Comfort is the new cool“, sagt Citroën, und strebt dabei wieder die Führungsrolle an, die man einst innehatte. Und deshalb nimmt man auch stolz bezug auf die Historie der „Göttin“ DS. Auch die spezielle neue Polsterung der Sitze machen das Sitzen besonders bequem. Etwas mehr Seitenhalt könnten Sie aber vertragen, und der fehlende „Angstgriff“ am Beifahrerhimmel macht das nicht besser.

Das Mitteldisplay ist übrigens neugestaltet. Bei unseren Testfahrten in der Provence hatte die Navigation übrigens nicht den besten Kartenstand. Etliche Kreisverkehre und Umfahrungen kannte sie nicht.

Das ist jedoch nur ein geringfügiger Kritikpunkt an einem Auto, das in typischer Citroën-Manier auch in seiner zweiten Modellgeneration sehr vieles anders macht als die Konkurrenz – und einiges auch deutlich besser. Wem der bisherige C4 Cactus gefallen hat, der findet weiterhin keine Alternative. Doch wem das alte Modell zu extrem gestaltet war, dem dürfte der Wechsel in die Welt des Komforts jetzt deutlich leichterfallen.


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