Downsizing und kein Ende? Der Jaguar F-Type wurde als leistungsstarker und sechs- bzw. achtzylindriger Roadster lanciert, es folgte ein Coupé – und Top-Varianten mit bis zu 575 PS. Jetzt erweitern die Briten das Modellprogramm nach unten: Das neue Einstiegsmodell verfügt über einen Vierzylinder-Turbomotor, der aus 2,0 Litern Hubraum immerhin 300 PS holt. Und es kostet mit der hier obligatorischen Achtgang-Automatik nur 57 200 Euro – das sind 9000 Euro weniger als die nächsthöhere Version, ein 3,0-Liter-V6-Kompressor mit 340 PS und Sechsgang-Handschaltung. Wird beim V6 ebenfalls die Automatik bestellt, vergrößert sich die Lücke auf 11 500 Euro.

Auslöser für diesen F-Type dürfte übrigens China sein. Dort werden Autos unter 2 Litern Hubraum deutlich niedriger besteuert, weshalb inzwischen auch Luxuslimousinen und Sportwagen mit kleinvolumigen Motoren ausgestattet sind. So etwas gab es früher schon einmal, und zwar in Italien. Wegen der einstigen 2-Liter-Grenze gab es in den 70er- und 80er-Jahren Zweiliter-Sportwagen von Ferrari, Lamborghini und Maserati. Die hatten allerdings 6 bzw. 8 Zylinder.

Doch auch mit nur 4 Zylindern tritt der Jaguar eindrucksvoll an. Die 300 PS müssen lediglich 1525 Kilogramm bewegen. Der F-Type hängt gut am Gas, das „Turbo-Loch“ ist klein, die ZF-8HP-Automatik schaltet flott, und sogar das Klangbild überzeugt: Bei Vollast emittiert das Auto ein dunkles Röhren, und beim Gaswegnehmen blubbert es im Abgastrakt, dass es eine Freude ist. (Hoffentlich wittern Autofeinde hier keine Auspuff-Verschwörung.) Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 5,7 Sekunden, und die Spitze liegt bei 250 km/h. Eigentlich ein rundum überzeugender Sportwagen.

Das bessere ist des guten Feind

Pech nur für diesen F-Type, dass es das Schwestermodell mit dem 340 PS starken V6-Kompressor noch viel besser kann; es erfüllt nicht nur im internen Markenvergleich eine Benchmark-Funktion. Der V6 setzt sich mit sensationellem Klang in Szene und spricht obendrein – dank eines Rootes-Kompressors – völlig verzögerungsfrei aufs Gas an. Und auch der Mehrverbrauch hält sich in Grenzen: Im Drittelmix gönnt er sich nur einen guten Liter mehr, nämlich 8,4 statt 7,2 Liter pro 100 Kilometer. Darüber hinaus gibt es ihn – im Gegensatz zum Vierzylinder – mit einem perfekten Sechsgang-Handschaltgetriebe. Was wir für einen Vorteil halten.

Im Innenraum überzeugt auch der Einstiegs-F-Type: Die Armaturentafel mit elektrisch ausfahrenden Luftausströmern wirkt hochwertig, die Kabine verströmt insgesamt die hochwertige Aura einer Nobelmarke, die man bei den Limousinen XE und XF sowie im Geländewagen F-Pace teils leider vergeblich sucht. Schön wäre übrigens ein leichtes, seitlich angeschlagenes Heckfenster wie beim klassischen E-Type. Die Designer hätten das auch gerne umgesetzt, aber die Bedenkenträger in der Firma befürchteten, dass die ungeschickte Kundschaft dann ihr Gepäck, Kratzspuren hinterlassend, über die Abschlusskante zieht. Schade!

Wir würden den F-Type zwar mit dem ungemein harmonischen Sechszylinder bestellen, doch rund 10 000 Euro Preisunterschied sind ein starkes Argument für den neuen Einstiegsmotor: Der sportliche Brite kommt damit preislich bereits in die Nähe eines gut ausgestatteten Mercedes-AMG C43 Coupé oder eines Audi TTS, und er ist kaum teurer als ein Porsche Cayman. In diesem Umfeld bietet er sicher den dramatischsten Auftritt.


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QuelleJaguar
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