Bei sportlichen Kleinwagen ist der Suzuki Swift Sport seit vielen Jahren eine feste Größe: Schon die erste Generation des Swift wurde (als GTi) mit einem 101 PS starken Sechzehnventiler angeboten, geradezu Kultstatus erlangte die dritte Generation: Mit modern gezeichneter Karosserie, extrem lebendigen 125 PS und aggressivem Klangbild. Der Wechsel zur vierten Modellgeneration wurde für Sportfahrer zur Enttäuschung: Zur langweiligen Karosserie gesellte sich ein auf dem Papier auf 136 PS erstarkter Antrieb, der in der Praxis jedoch temperamentloser wirkte.

Doch jetzt hat Suzuki den Swift komplett neu entwickelt: Leichter, moderner und mit neuentwickelten Turbomotoren. Beste Voraussetzungen also dafür, an den schmerzlich vermissten Vorvorgänger anzuknüpfen. Die Eckdaten sprechen für das neue Modell: Nur noch 970 Kilogramm wiegt der neue Swift Sport – 80 Kilogramm weniger als zuvor. Der 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo leistet 140 PS, das maximale Drehmoment liegt bei stolzen 230 Nm.

Nicht nur das Datenblatt, sondern auch die Optik suggeriert ein besonders sportliches Fahrzeug. Die pfiffige, doch harmonische Form des neuen Swift muss sich eine kräftige Überarbeitung gefallen lassen, die rundum eingefasste Kühlermaske wird bei der Sport-Variante durch einen größeren, wie bei einem Maserati kantig gezeichneten Grill ersetzt. Es gibt zwei voluminöse Auspuffblenden, und 17-Zoll-Alufelgen sowie Spoiler, Schweller und Diffusor in Kohlefaser-Optik ergänzen den martialischen Auftritt.

Doch vom Fahrerplatz aus gibt sich der Swift Sport schon deutlich verbindlicher. Zwar werden gut ausgeformte Sportsitze verbaut, doch das für unseren Geschmack viel zu große Lenkrad versieht den sportlichen Anspruch bereits mit einem Fragezeichen. Der Eindruck setzt sich beim Anlassen des Motors fort: Der 1,4-Liter-Turbo startet unauffällig und verfällt in einen dezenten Leerlauf.

Diesen Stil hält er auch durch, wenn man ihn über das gesamte Drehzahlband hinweg fordert: Das Klangbild zeichnet sich durch Zurückhaltung aus, die zwei Endrohre bleiben ein leeres Versprechen. Unerfreulicher Nebeneffekt der unerwartet braven Akustik: Die schabenden Geräusche aus dem Antriebsstrang unseres Testfahrzeugs waren nicht zu überhören.

Die Abstimmung ist eher komfortabel

Der Motor ist kräftig und elastisch, fordert aber keineswegs zum Schnellfahren heraus; die Sechsgang-Handschaltung funktioniert gut und mit akzeptablen Schaltwegen. Dankenswerterweise hat Suzuki darauf verzichtet, einen Automaten zu verbauen.

Das modifizierte Fahrwerk bietet einen guten Kompromiss aus Komfort und dezenter Härte, Lenkung und Bremsen sind durchaus sportiv ausgelegt. Doch auch die Handlingeigenschaften animieren nicht zwangsläufig dazu, die Haftungsgrenzen in jeder Kurve auszuloten.

Vielmehr erzieht der Swift Sport zu einem zügig-gelassenen Fahrstil mit bemerkenswerten Reserven nach oben. So interpretiert lässt er sich locker mit 6 bis 7 Litern pro 100 Kilometern bewegen. Geräumig ist er auch, so dass er als angenehm motorisiertes Vernunftsauto in seiner Klasse gelten könnte.

Wenn er nicht so teuer wäre. Stolze 21 400 Euro kostet der Suzuki Swift Sport; das ist zumindest auf den ersten Blick viel Geld, auch wenn er mit absoluter Vollausstattung auf den Markt kommt. Wir würden uns in dieser Klasse sicher auch den 17 020 Euro teuren Swift Boosterjet mit 111 PS starkem 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo und Fünfgang-Schaltung anschauen. Der hat einen interessanteren Sound, wirkt leichtfüßiger – und ist nicht nur günstiger in der Anschaffung, sondern nochmals sparsamer.

Wer hingegen dem Geist der frühen Sport-Varianten nachspüren möchte, der kann nur darauf hoffen, dass Suzuki im Zubehörprogramm noch etwas nachlegt. Ganz oben auf unserer Wunschliste für den Swift Sport stehen ein kompaktes Sportlenkrad, ein härteres Fahrwerk und eine klangstarke Sportauspuffanlage.


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QuelleSuzuki
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