Formel 1 im Abstieg: Die Rennserie verliert mit den beliebten „Grid Girls“ eine weitere Attraktion. Am Mittwoch gab sie bekannt, den guten Brauch der heißen Mädchen an der Piste, die der Startaufstellung traditionell besonderen Glanz verleihen, sang- und klanglos zu beenden. Die freiwerdende Lücke soll mit Werbedarbietungen gefüllt werden, in deren Rahmen, so die Mitteilung, „Promoter und Partner ihre Länder und Produkte zeigen können.“

Man darf die Entscheidung als Kotau vor der Political Correctness interpretieren. „Wir fühlen, dass dieser Brauch nicht zu unseren Markenwerten passt und im Widerspruch zu modernen Werten der Gesellschaft steht“, belehrte Marketingchef Sean Bratches die Öffentlichkeit – und fügte hinzu: „Wir glauben nicht, dass er passend oder relevant für die Formel 1 und ihre Fans in der ganzen Welt ist, ob alt oder jung“.

Grid Girl

Betroffen sind auch die anderen Rennserien, die an den Formel-1-Zirkus angeschlossen sind. Bratches teilte darüber hinaus mit, dass man im letzen Jahr“eine ganze Reihe von Bereichen“ betrachtet hätte, um sie „in Einklang mit unserer Vision dieser großen Sportart zu bringen“. Er unterließ es, seine Vision zu präzisieren und die eventuell drohenden weiteren Änderungen zu erläutern.

Die große Langeweile

Die Formel 1 leidet seit Jahren unter Bedeutungsverlust. Der Versuch, sich mit Energierückgewinnungssystemen an die Spitze des automobilen Fortschritts zu setzen, darf als Fehlschlag gewertet werden: Die Technologie ist für die Serie untauglich und dient unfreiwillig dazu, die Nachteile der Hybrid-Technik zu veranschaulichen. Dafür haben die nunmehr viel zu leisen Motoren an Faszination verloren. Der Starkult um die Fahrer wiederum ist von der Autobranche weitgehend abgehoben und erinnert an die Welt des Films – inklusive der Allüren und inhaltsfreien Statements.

Für Motorsportbegeisterte gibt es erfreulicherweise Alternativen zur Formel 1. Zum Beispiel die Formel E: Sie punktet nicht nur mit interessanter Technik und Spitzenherstellern, sondern auch mit reizvollen Stadtkursen. Echte Faszination verströmen auch die Motorrad-Weltmeisterschaft oder die WRC-Rallye-Weltmeisterschaft.

Ob und wie die durch den Verzicht auf die „Grid Girls“ sinkende Frauenquote im Umfeld der Formel 1 kompensiert werden soll, bleibt übrigens bis auf weiteres offen.


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QuelleDaimler
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