Chile ist Pickup-Land; unter den sechs meistverkauften Fahrzeugen waren 2017 drei Pickups. Angesichts der geographischen Eigenheiten ist das keine Überraschung: Abseits der großen Verkehrsachsen sind viele Bereiche des Landes nur auf Schotterstraßen zu erreichen.

Mercedes-Benz hat hier jüngst die gemeinsam mit Nissan entwickelte X-Klasse vorgestellt, während sich Volkswagen mit dem Amarok bereits im oberen Bereich des Pickup-Segments etabliert hat. Genau das richtige also, um den Norden des Landes über mehrere tausend Kilometer hinweg zu erkunden. Der in Argentinien gebaute Premium-Pickup verfügt hier über einen 2,0-Liter-TDI mit 180 PS, der seine Leistung über ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder einen Achtgang-Automaten auf zwei oder alle vier Räder überträgt. In Deutschland gibt es übrigens nur noch einen 3,0-Liter-V6-TDI in verschiedenen Leistungsstufen von 163 bis 224 PS.

Volkswagen Amarok

Denn wohl sicherste und sauberste Land Südamerikas erstreckt sich über mehr als 4000 Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Im Westen liegt der Pazifik, die Ostgrenze wird durch die gewaltige Kette der Anden markiert. Wirtschaftliches Zentrum ist Santiago de Chile: In der Metropolregion wohnen über 8 Millionen Menschen, nicht viel weniger als die Hälfte der insgesamt 18 Millionen Einwohner des Landes. Und hier beginnen wir unseren anspruchsvollen Trip.

Die gewaltige vertikale Ausdehnung des Landes würde ein komplette Tour zum Mammutprojekt ausarten lassen. In Erwartung guten Wetters empfiehlt sich im November, also im chilenischen Frühsommer, der Norden Chiles. Mitte Dezember beginnt dort die Regenzeit.

Volkswagen Amarok

Nicht nur Santiago, sondern auch Chile insgesamt ist absolut sicher. Ein bis zwei Tage in der Hauptstadt sind gut investiert. Empfehlung: Der Plaza de Armas und Mercado Central. Für einen Überblick lohnt sich der Hügel Cerro San Cristóbal.

Santiago

Los geht’s. Schon rund 200 Kilometer außerhalb der Metropolregion findet man kaum noch Individualverkehr. Statt dessen wenige Reisebusse, einige Pickups der Minengesellschaften – und gefühlte 95 Prozent Lastwagen.

Panamericana

Die legendäre Panamericana (Ruta 5) läuft als Hauptachse in Nord-Süd-Richtung durch ganz Chile. Es ist die eigentliche Autobahn des Landes, perfekt ausgebaut. Doch hier gelten andere Regeln. Reiter hoch zu Ross auf dem Seitenstreifen lassen uns schmunzeln; zig Heiligenstätten in teils skurrilen Formen. Fußgänger queren die Fahrbahn ohne einen Hauch von Angst.

Wir legen auf der Panamericana erst einmal ordentlich Strecke zurück, fahren weit in den Norden. Die Autobahngebühren müssen bar bezahlt werden; nur direkt in Santiago gibt es ein Funksender-Mautsystem. Der Amarok erlaubt theoretisch Tagesetappen von fast 1000 Kilometern.

Volkswagen Amarok

Unsere erste Etappe endet nach 590 Kilometern im Fischerdorf Punta Choros.

Panamericana

Übernachtung in einer Lodge direkt am einsamen, weißen Strand mit Blick auf eine Insel, die als Reservat für Humboldtpinguine dient. Gelegentlich grüßen vorbeiziehende Delphine und Wale.

Volkswagen Amarok

Die Fischerorte sind lebendig. Aufgefallen ist uns dieser Renault 5 „Turbo“.

Chile

Nach 560 Panamericana-Kilometern haben wir unser Tagesziel Antofagasta noch nicht erreicht, aber wir genehmigen uns einen Abstecher: Wir biegen auf die Ruta 1 nach Taltal ab.

Volkswagen Amarok

Die Straße ist ebensogut ausgebaut, die Küstenlandschaft ist rauh und extrem. Die kurzen Abstecher in einsame Fischerdörfer direkt am Strand lohnen sich.

Nochmals 725 Kilometer weiter: Wir erreichen Arica, die nördlichste Stadt Chile – nur 20 Kilometer vor der peruanischen Grenze. Von Antofagasta bis Iquique sollte man auf jeden Fall auf der Ruta 1 bleiben, um die unglaublich schöne Küste zu genießen.

Volkswagen Amarok

Arica ist mit seiner schön restaurierten Altstadt mit der Catedral de San Marcos so reizvoll, dass sich ein Extra-Tag lohnt.

Chile

Der Aussichtspunkt Mirador el Murro, leicht vom Stadtzentrum zu erwandern, gewährt eindrucksvolle Ausblicke über Stadt, Hafen und Umgebung. Eine kurze Wanderung auf dem Küstenweg Cuevas De Anzota wiederum liefert bringt einen Eindruck der vielfältigen Fauna an der felsigen, teils sehr steilen Küste mit gewaltigen Erhebungen.

Volkswagen Amarok

Wir verlassen Arica in Richtung Osten; die Straße führt auf einer relativ kurzen Distanz direkt in die Hochanden, ins 3650 Meter hoch gelegene Putre.

Putre

Arica ist für den Andenstaat Bolivien übrigens der nächstgelegene Hafen, und deshalb schlängeln sich unzählige Container-LKW auf der Zufahrt nach Putre und weiter zur Grenze am Lago Chungara auf 4500 Metern Höhe.

Volkswagen Amarok

In Putre leben rund 2000 Menschen; die von einem Mailänder Ehepaar geführte Terrace Lodge ist der ideale Stützpunkt für die Erkundung des Parque Nacional Lauca. Wir planen vier Nächte.

Volkswagen Amarok

Es gibt perfekt ausgearbeitete Tourenpläne, aber man kann auch Tourenführer buchen. Die Akklimatisierung hat gut geklappt, für den Notfall gibt es ein kleines Hospital, in Sauerstoff getankt werden kann.

Volkswagen Amarok

Gut, dass wir den Amarok haben: Ohne Allradantrieb geht in dieser Region gar nichts, und bei Nässe sind einige Pisten unbefahrbar.

Volkswagen Amarok

Der erste Ausflug führt zur Seenlandschaft der Laguna Cotacotani mit dem Lago Chungará, einem der höchsten Seen der Welt.

Volkswagen Amarok

Die über 6000 Meter hohen Stratovulkane sind ständig präsent. Die Flora ist angesichts der unwirtlichen Bedingungen erstaunlich abwechslungsreich.

Volkswagen Amarok

Bei der Laguna Cotacotani sollte man unbedingt den Ort Parinacota besuchen: Hier steht eine historische Kirche von 1670, und ein vier Kilometer langer Rundweg gewährt vielfältige Einblicke in Landschaft und Tierwelt: Alpakas, Flamingos und weitere exotische Gattungen.

Volkswagen Amarok

Höchst beeindruckend: Der Tagesausflug zur einsamen Hochebene Suriplaza, die über einen geschotterten, namenlosen Pass von 5250 Metern Höhe führt. Ab der Ansiedelung Colpitas geht es über die leuchtend orangene Straße zur 4500 Meter hohen Suriplaza-Ebene. Hier ist es so einsam, dass manchmal tagelang niemand vorbeikommt. Das Telefonnetz ist längst ausgestiegen. Wenigstens auf den Amarok können wir uns verlassen.

Volkswagen Amarok

Es dürfte kaum eine eindrucksvollere Landschaft als diese Hochebene geben: Das Farbenspiel der Vulkanformationen ist unglaublich. Die Grautöne erinnern an eine Mondlandschaft, auf der gegenüberliegenden Seite wartet die Natur mit Rot- und Orangetönen wie auf dem Mars auf. Das Auto muss kämpfen: Der Sauerstoffgehalt in dieser Höhe ist halb so groß wie auf Meereshöhe.

Volkswagen Amarok

Über das 1850 Meter hoch gelegene Dorf Codpa stürzt die Straße wieder zum Pazifik ab, in die lebendige Großstadt Iquique direkt an der Küste. Die Wirkung des kühlen, von der Antarktis nordwärts fließenden Humboldtstrom wird durch kaltes Auftriebswasser verstärkt.

Nach der Nacht in Iquique steht wieder reichlich Strecke an: Ziel ist die gewaltige Atacama-Wüste. Ausgangspunkt ist San Pedro de Atacama, deutlich touristischer als Putre und mit einer Höhe von 2400 Metern auch weniger riskant.

Volkswagen Amarok

Ein weiterer Höhepunkt: Der Salzsee Laguna Miscanti auf 4200 Metern Höhe am Fuß mehrerer Vulkane. Das Farbenspiel von Seen und Bergen ist surreal.

Volkswagen Amarok

Wegen der Empfindlichkeit der Landschaft dürfen nur markierte Wege zu Fuß benutzt werden. Der Amarok bleibt auf den Schotterstraßen.

Volkswagen Amarok

Ein Abstecher abseits der Touristenströme: Die völlig lebensfeindlich wirkende weiße Laguna Chaxa, in der hauptsächlich Flamingos in reinem Salzwasser stehen und nach Krebsen suchen. Es dominiert weißes, hartes Wüstensalz, das wie Schnee in der Sonne schimmert. Trotz 2400 Metern Höhe kann es hier im Sommer bis zu 50 Grad heiß werden.

Volkswagen Amarok

Schon außerhalb der Hochsaison etwas überlaufen: Das Valle de La Luna mit seinen einmaligen, kargen Sanddünen und Bergen.

Ein großer Satz nach Süden, dann steht eine Übernachtung im Fischerort Los Vilos an. Die Pazifikküste bietet kulinarische Leckerbissen, die sich kein Besucher entgehen lassen sollte.

Volkswagen Amarok

Nur noch 250 Kilometer nach Santiago de Chile: Der Umweg über Valparaiso und durch die Hügel der Weinregion Casablanca lohnt sich. Abschied von einem großartigen Land.

Volkswagen Amarok

Bilanz: Wer Chile abseits der Metropolen und der Panamericana bereisen will, braucht einen Allradler, und in den Anden um Putre und in der Atacama wird auch die erhöhte Bodenfreiheit benötigt.

Volkswagen Amarok

Der VW Amarok TDI 4Motion war über gut 5000 Kilometer ein perfekter Begleiter. Unser Durchschnittsverbrauch lag zwischen 8,0 und 9,6 Litern pro 100 Kilometer, und die Autobahnfahrten gestalteten sich trotz des robusten Leiterrahmens und der hohen Geländetauglichkeit sehr komfortabel. Eins steht fest: Wer mit einem Pickup ins Premiumsegment drängt, findet mit dem Amarok eine anspruchsvolle Messlatte vor.

Volkswagen Amarok

Wir kommen wieder!


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