In den letzten zwei Jahren rotierte das Personalkarussell im Automobildesign besonders heftig; bemerkenswert war dabei der Exodus hervorragender Designer der BMW-Gruppe. Zuletzt verließ Karim Habib seine Position als Designchef der Marke BMW, um in gleicher Position bei der Nissan-Tochter Infiniti zu starten.

Dort legt er auf der Automesse Detroit mit einer Fahrzeugstudie namens Q Inspiration sein Erstlingswerk vor. Die Fließhecklimousine soll eine neue Formensprache für die „Ära fortschrittlicher Antriebe“ formulieren, an deren Schwelle Infiniti die Branche wähnt. Die Antriebsmodule würden schrumpfen, und damit könne die Fahrgastzelle – so Habib – „ungewöhnlich lang und ausbalanciert“ gestaltet werden.

Infiniti Q Inspiration

Der erste Blick auf das Computer-Rendering zeigt eine viertürige Limousine, die dem neuen Audi A7 in Proportionen und seitlichem Aufriss sowie in der Gestaltung der Rückleuchten nicht unähnlich ist. Die Kotflügel und Flanken sind allerdings deutlich klassischer und muskulöser ausgeformt.

Eine spannende Designgeschichte

In der mittlerweile fast 30jährigen Markengeschichte hat Infiniti einige Designikonen geschaffen. Dazu zählte bereits das erste Modell, die Oberklasse-Limousine Q45, die durch sportliche Proportionen sowie die Abwesenheit eines klassischen Kühlergrills außen und jeglicher Holzdekoration im Interieur glänzte.

Infiniti Q45

Dazu passte eine Werbekampagne, die keine Autos, sondern Bäume und Steine in den Mittelpunkt rückte. Das Publikum goutierte den futuristischen Stil jedoch nicht, und Kühlermaske wie Holzdekor wurden noch in der ersten Modellgeneration hastig nachgereicht.

Noch ungewöhnlicher gab sich der J30 von 1992, mit dem Designer Jerry Hirshberg „die Tyrannei des Keils“ durchbrechen wollte.

Infiniti J30

Einen ungewöhnlichen Auftritt mit betont klassischen Proportionen, aber extrem reduzierten Details, legte dann nochmals der M45 von 2002 vor.

Infiniti M45

Zur Ikone wurde der sportliche Geländewagen FX mit V6- oder V8-Motoren; so hätten sich viele Beobachter den Porsche Cayenne gewünscht. Bereits die Studie hatte 2001 für Begeisterung gesorgt.

Infiniti FX45 Concept

Ansonsten blieb die Modellpalette eher blass; für Aufsehen sorgten allerdings ungewöhnliche Typen wie der QX56 bzw. QX80 von 2010.

Infiniti QX80

Im Dezember 2012 begann mit der Ankündigung des damaligen Markenchefs Johan de Nysschen (inzwischen bei Cadillac), die Nomenklatur der Modelle umzustellen, eine Neuausrichtung der Marke. In der Folge nahm die Kooperation mit Daimler Gestalt an; der Q30/QX30 ist eine in einigen Punkten verbesserte Ableitung des Mercedes-Benz GLA.

Infiniti QX30

Das Markenimage ist bis heute eher diffus, die Verkaufszahlen liegen deutlich hinter der Konkurrenz. Doch die Anlagen für künftigen Erfolg sind gelegt: In technisch anspruchsvollen Modellen – und jetzt auch mit einer neudefinierten Formensprache.


NEWSLETTER ABONNIEREN

Unser Newsletter liefert täglich die neuesten Artikel und die spannendsten Geschichten direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Geben Sie uns einfach Ihre E-Mail-Adresse und los geht Ihr kostenloses Newsletter-Abonnement.

QuelleInfiniti
Teilen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here