Die Marke Polestar hat in ihrer relativ kurzen Existenz eine beachtliche Karriere hingelegt: Gegründet 1996 als unabhängiger Rennstall Flash Engineering, wurde sie 2005 in Polestar umbenannt, avancierte 2010 zum offiziellen Partner von Volvo und wurde 2015 komplett übernommen. Man widmete sich als Haustuner der Optimierung existierender Volvo-Modelle.

2017 folgte der Paukenschlag: Polestar wird zur völlig eigenständigen Marke, erstes Modell wird das 600-PS-Hybrid-Coupé Polestar 1. Kurios: Der rund 150 000 Euro teure Sportler will kein Volvo sein, würde sich jedoch stilistisch nicht nur nahtlos in das aktuelle Volvo-Programm einfügen, sondern ist auch von historischen Volvo-Modellen inspiriert.

Polestar 1

Anschließend soll Polestar zur Vollelektro-Marke werden: Der Polestar 1 soll der einzige Hybrid bleiben, dann folgen zwei deutlich günstigere vollelektrische Modelle, eines davon ein SUV.

Doch auch Volvo selbst will zur Elektro-Marke werden, wie Firmenlenker Hakan Samuelsson unablässig betont. Dabei lässt sich der Visionär, der bei jeder Gelegenheit den Dieselantrieb kritisiert, ein scheunentorgroßes Hintertürchen offen: „Elektrifiziert“ kann auch eine Mild-Hybridisierung bedeuten, wie sie übrigens aktuell von deutschen Herstellern breit ausgerollt wird.

Die neue Marke bleibt Haustuner von Volvo

Die Abgrenzung zwischen Volvo und Polestar bleibt diffus. Und sie wird durch die Ankündigung von Polestar, die Plug-In-Hybrid-Varianten der Volvo-Baureihen S60, V60 und XC60 unter der Bezeichnung Polestar Engineered aufzuwerten, weiter verwischt.

Dabei bleibt die Mehrleistung bescheiden: Sie klettert von 400 PS und 640 Nm beim S60 T8 auf 415 PS und 670 Nm bei der Polestar-Version. Die sich beinahe noch im Bereich der Toleranzen befindliche Mehrleistung soll bei identischer Hardware durch eine optimierte Software erreicht werden.

Auch bei dieser Tuning-Variante dürfte gelten: Die Agilität der Hybridversion manifestiert sich vor allem im niedrigen und mittleren Geschwindigkeitsbereich; wer lange Strecken mit hohen Geschwindigkeiten zurücklegt, dürfte mit der nicht hybridisierten T6-Variante nicht nur angenehmer, sondern auch sparsamer unterwegs sein.

Polestar

Wichtiger sind sicher die Fahrwerksmodifikationen. Denn die aktuelle Volvo-Modellpalette zeichnet sich teilweise durch ausgesprochen weich abgestimmte Fahrwerke aus, die engagiertes Fahren zu einer unerfreulichen Übung machen. Die „hochwertigen Öhlins-Stoßdämpfer mit Dual-Flow-Ventil“ sowie die in der Polestar-Variante verbaute Domstrebe dürften das Fahrverhalten spürbar verbessern.

Ob die Ankündigung dieser Tuning-Versionen dem Markenimage von Polestar dienlich ist, sei dahingestellt. Immerhin dürften sie den Bekanntheitsgrad der in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Marke Schritt für Schritt steigern.


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QuelleVolvo
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