Er ist nach dem G-Modell der dienstälteste Mercedes-Benz auf dem Markt. Doch im Laufe der nächsten Wochen endet endgültig die Produktion der R-Klasse – zwölfeinhalb Jahre nach ihrem Debüt in New York. Damals wurde sie als Schwestermodell der B-Klasse präsentiert – als „Grand Sports Tourer.“ Sie sei das „Ergebnis von Kundengesprächen in allen Teilen der Erde“, hieß es damals.

Das Konzept war nicht schlecht: Die sechs- oder siebensitzige R-Klasse kam in zwei Radständen und mit Heck- oder Allradantrieb; sie war viel eleganter als die üblichen Minivans, und man konnte sie ausgesprochen nobel ausstaffieren. Zur Wahl standen Otto- und Dieselmotoren mit sechs oder acht Zylindern; sportliches Spitzenmodell war der R63 AMG mit dem legendären 6,2-Liter-V8-Hochdrehzahl-Saugmotor und 510 PS. Es war übrigens eine frühe Amtshandlung des damaligen AMG-Chefs Volker Mornhinweg, das Modell rasch wieder einzustellen; es passte nicht zu AMG.

2012 verschwand die R-Klase in den USA vom Markt, im Folgejahr wurde sie auch in Europa gestrichen und nur noch in China vermarktet. 2015 verlagerte Mercedes-Benz die Produktion zum Auftragsfertiger AM General in Indiana, wo einst auch der Militär-Geländewagen Hummer vom Band lief.

Richtig gut verkaufte sich die R-Klasse nur am Anfang; 2006 wurde der Zenith erreicht, danach ging es abwärts. Bei der Markteinführung schrieben die Stuttgarter: „Ideen haben viele. Doch nur wenige neue Ideen haben Bestand, überdauern die Zeit. Oft hapert es daran, dass ihnen nach dem ersten ‚Aha‘-Effekt die Markt-Akzeptanz versagt bleibt.“ Immerhin: Dass sie sich zwölf Jahre lang halten würde, hätte man damals vermutlich nicht geahnt.


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QuelleDaimler
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