Der Genfer Automobilsalon 2018 hat abermals seinen Status als wichtigste und schönste Messe im automobilen Jahreskalender dokumentiert. Ein Trend kristallisierte sich deutlich heraus: Die viertürigen Coupés gewinnen an Beliebtheit. Der paradox wirkende Begriff – schließlich sind Coupés traditionell nur Zweitürer – gelangte erst in Folge der Vorstellung der Mercedes-Benz Vision CLS – siehe Anlaufbild – ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Seitdem hat er sich für die Gattung der eleganten Viertürer etabliert, die auf in relativ großen Stückzahlen der oberen Mittelklasse gebauten Limousinen basieren, sich jedoch durch eine sportliche Linienführung auszeichnen. Mittlerweile sickert das Konzept auch in niedrigere Fahrzeugklassen durch: Mercedes-Benz hat dem CLS den kompakten CLA zur Seite gestellt, Volkswagen baut in China das sportlich-elegante Jetta-Derivat Lamando – und jetzt hat auch Hyundai dem profanen i30 eine hübsche Fastback-Version zur Seite gestellt.

Hier ist unsere Übersicht der viertürigen Coupés, die derzeit – oder demnächst – im Premium-Segment angeboten werden.

Aston Martin Rapide

Ein Ausreißer nach oben: Der Aston Martin Rapide basiert nicht auf einer konventionellen Limousine, sondern auf dem Supersportwagen DB9. Schon 2006 wurde die Studie gezeigt, seit 2010 läuft die elegante Limousine vom Band. Sie leidet unter einem Packaging mit beengtem Fond und unter einem zweifelhaften Facelift.

Audi A7

Der Audi A7, im Herbst als Vorläufer des neuen A6 lanciert, glänzt mit einem extrem futuristischen Armaturenbrett. Der schlanke Dachaufbau und das relativ hart abgeschnittene Heck wirken geradezu italienisch. Noch eindrucksvoller war nur die erste Modellgeneration. Momentan gibt es einen Sechszylinder-Ottomotor und einen Sechszylinder-Turbodiesel, für 2019 ist jedoch mit dem RS7 zu rechnen, der abermals über einen rund 600 PS starken V8-Biturbo verfügen wird.

BMW 8er Gran Coupé

Noch gibt es das 6er Gran Coupé, eine verlängerte und viertürige Variation der 5er- bzw. 6er-Baureihe. Das 8er Gran Coupé behält das bewährte Konzept trotz der etwas prätentiösen Modellbezeichnung bei. Eine Vorschau bietet das jetzt in Genf gezeigte Concept M8 Gran Coupé, das bis auf die Zierelemente in rosengold weitestgehend dem kommenden Serienmodell entspricht.

Kia Stinger

Überraschung aus Korea: Die Sportlimousine Kia Stinger, die mit Hinterradantrieb und starken Maschinen das Segment aufmischt. Seit ihrem Debüt als Kia GT Concept auf der IAA 2011 hat die Karosserie etwas an Appeal verloren, doch der Kia-Schritt in das obere Segment ist nur zu begrüßen. Technische Basis ist der brav gezeichnete Genesis G80 von Hyundai.

Mercedes-Benz CLS

Frisch vorgestellt: Die dritte Generation des Mercedes-Benz CLS, die weiterhin auf der E-Klasse basiert. Die Motorenpalette reicht bis zum AMG CLS 53; eine 63er-Variante gibt es nicht mehr, um dem nochmals anspruchsvolleren AMG GT nicht in die Parade zu fahren. Die Shooting-Brake-Variante, die es auf Basis des Vorgängermodells noch gab, ist entfallen.

Mercedes-AMG GT

Die viertürige Variante des AMG GT will der Konkurrenz restlos den Rang ablaufen, und die Chancen dafür stehen mit den Sechs- und Achtzylindermotoren sowie der aggressiven Formgebung nicht schlecht. Die Armaturentafel stammt von der E-Klasse, die Mittelkonsole mit dem angedeuteten NACA-Duct indessen vom GT. Ein Turbodiesel dürfte nachgereicht werden.

Porsche Panamera

Viertüriges Coupé oder Oberklasse-Limousine? Der Porsche Panamera ist jedenfalls in seiner zweiten Modellgeneration viel eleganter geworden. Das Platzangebot ist nach wie vor grandios, unter der Haube stecken Sechs- oder Achtzylinder-Ottomotoren, auf Wunsch hybridisiert. Der famose V8-Turbodiesel ist derzeit nicht bestellbar – eine Steilvorlage für die Konkurrenz.

Volkswagen Arteon

Das viertürige Coupé von Volkswagen basiert auf dem Passat, wirkt jedoch größer und viel eleganter. Neben dem Audi A7 ist er das zweite viertürige Coupé, dessen Form unter Marc Lichte gezeichnet wurde. Das Motorenprogramm reicht derzeit bis zum 240-PS-Diesel oder zu einem 280-PS-Benziner. Eventuell wird ein VR6-Turbo nachgereicht, der dann rund 400 PS leisten dürfte.


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