Die Zeremonie wurde als Durchbruch für eine neue Form der Mobilität gefeiert, vergleichbar allenfalls mit der Einführung des Ford Model T (oder des VW Käfer): 30 zusammengezimmerte Einheiten des Tesla Model 3 wurden am 28. Juli einer handverlesenen, aus Werksmitarbeitern bestehenden Kundschaft übergeben. Firmenchef Elon Musk („St. Elon“) proklamierte im Juli auf Twitter: „Die Produktion steigt exponentiell, im August sollten es 100 Autos sein, im September über 1500“.

Auch auf der Kunden-Webseite ist die Rede von „exponentiellem Wachstum“, garniert mit Graphiken, die den Anschein von Wissenschaftlichkeit vermitteln.

Jetzt muss Tesla zugeben: Gerade einmal 260 Einheiten der Mittelklasse-Limousine sind bisher vom Band gerollt. Warum? Einige „Sub-Systeme im Werk Kalifornien und in der Gigafactory in Nevada ließen sich nicht so schnell wie geplant aktivieren“, lässt Tesla in einer Note an die Investoren wissen. Und fügt hinzu: „Es ist wichtig zu wissen, dass es keine fundamentalen Probleme mit der Produktion und der Zulieferkette gibt.“ Man wisse, was zu tun sei und ist „zuversichtlich“, dass sich die Probleme „in naher Zukunft“ lösen ließen.

Die Kunden gewinnen Zeit

Das sind gute Nachrichten für die sechsstellige Zahl von Kunden, die bereits eine Anzahlung für das Elektromobil geleistet haben. Sie können nun weiterhin hoffen, bald in den Genuss ihres Model 3 zu kommen.

Die Verzögerung gibt ihnen jedoch auch die Chance, ihre Kaufentscheidung noch einmal zu überdenken. Schließlich sickert zunehmend die Erkenntnis durch, dass Elektroautos für die Umwelt in der Gesamtbetrachtung kaum Vorteile bringen, wenn nicht sogar Nachteile. Und wer dennoch elektrisch fahren will, kann schon bald auf ein überzeugendes Angebot etablierter Autohersteller zurückgreifen.


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QuelleTesla
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