Die Bundesregierung lässt ihren Worten Taten folgen und stellt ihren Fuhrpark mit sofortiger Wirkung auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge um. Damit unterstreicht sie ihren visionären Ansatz. Erst im September 2018 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einem Mennekes-Symposium festgestellt, man habe “viele Fragen zur Entwicklung der Elektromobilität ganz geschickt vorangebracht”. Der “Pfad” stimme, so die bekannte Physikerin.

Eigentlich hatte man in der Spree-Metropole gehofft, den Fuhrpark komplett auf Tesla umstellen zu können, zumal die Flugexpertin Katharina “Katha” Schulze im bayerischen Wahlkampf so gute Erfahrungen mit dem 700-PS-Auto gesammelt hatte. Und auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich bei seiner Chefin für die US-Marke eingesetzt. Er ist eingefleischter Tesla-Fan: Die deutsche Autoindustrie möge doch Autos bauen, die “nur halb so sexy wie Tesla” seien, empfahl der Erbe Ludwig Erhards kürzlich.

Eine bittere Enttäuschung

Doch Altmaier hat sich auf sein Model X zu früh gefreut: Kurz nachdem die Bundesregierung den vollen Betrag für die Großbestellung überwiesen hat, sah sich Tesla gezwungen, die Auslieferungen zu verschieben; es fehlen noch einige Papiere und die Freigabe für den “Autopiloten”. Altmaier versucht momentan auf Twitter, Tesla-Guru Elon Musk dazu zu bewegen, die Autos herauszurücken.

Doch das kann erfahrungsgemäß lange dauern, und so hofft die deutsche Industrie, in der Zwischenzeit ein paar ihrer eigenen Elektroautos (BMW 1er ActivE, VW Golf CitySTROMer) nach Berlin verkaufen zu können. Klar ist, daß die gepanzerten Oberklasse-Limousinen, mit denen die Politik bis heute durch die Provinzen eilt, umgehend eingemottet werden.

Denn trotz des kohlelastigen Strommixes in Deutschland soll der neue Elektro-Fuhrpark der Bundesregierung dabei helfen, dem Klimawandel den Garaus zu machen und die Temperatur der Erdoberfläche präzise einzuregeln. Dabei verläßt man sich auf Forschungsergebnisse des TV-Professors Harald Lesch, der am Wochenende in der Unterhaltungssendung “Anne Will” empfahl, “wenigstens mal eine radikale Stunde pro Woche zu haben” – und zwar indem man sich “überhaupt nicht” bewege. Dies bringe fürs Klima viel, so der Wissenschaftler und die Bundesregierung.

Zweckmäßigerweise sollen diese radikalen Stunden alle zwei Stunden an der Ladesäule stattfinden.


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