Es bedarf offenbar einiger Gewöhnung: Das neue Gesicht von BMW, das durch schmale Scheinwerfer und eine scharf umrissene Doppelniere geprägt wird. Kritiker in den sozialen Medien haben sich auf den neuen 7er eingeschossen, der vor wenigen Tagen statisch präsentiert wurde.

Tatsächlich ist die Doppelniere beim Facelift des 7er erheblich gewachsen. Die Frontpartie insgesamt wurde angehoben, die Kühleröffnung reicht nun deutlich weiter nach oben in die Haube – und auch nach unten. Für das Kennzeichen ist nur noch knapp Platz. Die Scheinwerfer werden zu schmalen Schlitzen, und im unteren Teil der Frontschürze führen diagonale Leitschaufeln die Luft ins Radhaus.

Der Luftauslaß an den vorderen Flanken ist nun vertikal ausgeführt und reicht deutlich höher als bisher; er geht am unteren Ende in eine horizontale Zierleiste über, die nun bis ganz hinten durchgezogen ist. Das Heck zeigt verbreiterte Auspuffblenden und um 35 Millimeter schmalere Rückleuchten, die sich nun über die gesamte Fahrzeugbreite erstrecken. Gegen Aufpreis gibt es ein M-Sport-Paket, bei dem auch die Umrandung der Doppelniere in schwarzem Chrom spezifiziert werden kann.

“Der Charakter des 7er hat sich dadurch stark geändert, das Auto hat nun ein gewisses ‘Drama’”, sagt der Designer Gernot Bracht, der an der Fachhochschule Pforzheim Transportation Design unterrichtet: “Die typischen BMW-Elemente sind offenbar wachstumsfähig.” Der Experte bezeichnet die Formgebung des neuen Modells als “sehr graphisch”.

Moderner, graphischer, präziser

Tatsächlich handelt es sich beim neuen 7er mit dem aktuellen Facelift wohl um das modernste Auto der Oberklasse; Audi A8 und Mercedes-Benz S-Klasse, die sich übrigens im Vergleich zu den jeweiligen Vorgängergenerationen ebenfalls durch ungewöhnlich stark gewachsene Kühlergrills auszeichnen, wirken zerklüfteter und traditionsbetonter.

Übrigens hat auch das Interieur profitiert, wenngleich die Änderungen hier bescheidener sind. Das optionale Holz-Lederlenkrad profiliert sich mit einer horizontalen Metallspange und löst damit den ubiquitären Dreispeichen-Look, der kaum noch als sportlich gelten kann, geschickt auf. Das Ambientelicht im Fond wurde umgestaltet.

Der Kategorie “Schöner Schein” ist im übrigen auch der Plug-In-Hybridantrieb zuzuordnen; bei dieser Variante wechselt der 7er vom Vier- auf einen Sechszylinder-Ottomotor, ohne daß sich der Zyklusverbrauch – ab 2,1 Liter pro 100 Kilometer – nennenswert ändert. Die unrealistischen Angaben sind nicht BMW anzulasten, sondern der Politik; sie hat sich diese Zyklen ausgedacht, um ihr Lieblingsprojekt “Elektrifizierung” zu erzwingen. Neben dem Hybriden gibt es weiterhin die ultrasparsamen Sechszylinder-Diesel sowie Benziner mit sechs, acht oder zwölf Zylindern.

Es kommt relativ selten vor, daß ein Facelift einem Fahrzeug zum Vorteil gereicht. Beim neuen BMW 7er ist der Akt zweifellos gelungen.


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QuelleBMW
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