Mit 1,4 Milliarden Bürgern ist Indien knapp hinter China das personenreichste Land der Welt. Doch der Automarkt ist weitaus kleiner: 2016 wurden hier knapp 3 Millionen Autos zugelassen, in China waren es hingegen über 23 Millionen. Zwischen China und Indien liegen die USA, die EU und Japan. Es gibt also reichlich Nachholbedarf, und die Hersteller schauen sehr genau hin, wie sich der Markt entwickelt.

Das Billigauto Tata Nano, das die Massen motorisieren sollte, ist übrigens gescheitert: Die Produktion wurde praktisch auf null zurückgefahren, das Auto ist im Straßenbild kaum präsent. Dieselmodelle sind hier traditionell sehr stark, und der Markt hat eine vorübergehende Anti-Diesel-Hysterie weitgehend schadlos überstanden. Ein geplanter Verkaufsstopp für Dieselmodelle mit über 2 Litern Hubraum, über den die internationale Presse atemlos berichtete, wurde sang- und klanglos wieder kassiert, worüber übrigens nicht mehr so ausführlich informiert wurde.

NDTV Car of the Year

Natürlich wird auch in Indien über die Elektromobilität diskutiert – und zwar durchaus kontrovers. Dass Verbrennungsmotoren ab 2030 verboten werden, wie von einigen indischen Politikern gefordert, erscheint unwahrscheinlich – “andernfalls kann man den Indern gleich erzählen, dass sie auf die individuelle Mobilität verzichten sollen”, wie es ein Chefredakteur formuliert.

Bei den populären Awards der erfolgreichen “Car and Bike”-Show des indischen Privatsenders NDTV werden einmal pro Jahr an der Buddh-Rennstrecke die Neuerscheinungen des Jahres getestet und geprüft. Die achtköpfige Jury wird von dem Fernsehproduzenten und Chefredakteur Siddharth V Patankar geleitet; ihr gehören außerdem der Rennfahrer Aditya Patel, die Schauspielerin und Pilotin Gul Panag, die Industriemanager BVR Subbu und V Sumantran, der Unternehmer und ehemalige Rennfahrer Rayomand Banajee, der Motorjournalist Cyrus Behram Dhabhar sowie Jens Meiners (u.a. GTspirit) an. Das Selektionsverfahren orientiert sich an den World Car Awards (WCOTY).

Jeep Compass holt den Gesamtsieg

Jeep Compass

Gesamtsieger wurde heuer der SUV Jeep Compass, dessen Kombination aus Technologie, Design, Offroad-Eigenschaften und günstigem Einstiegspreis die Jury überzeugte. Er wurde gefolgt vom neuen Suzuki Ignis. Die Zuschauer der “Car and Bike”-Show entschieden übrigens anders: Sie wählten den Crossover-SUV Renault Captur zum Sieger.

Darüber hinaus wurde in einer Reihe von Einzelkategorien abgestimmt; in den anspruchsvollsten davon holten der Land Rover Discovery (Luxury SUV of the Year), BMW 5er (Premium Car of the Year), der Audi S5 (Performance Car of the Year), der Porsche 718 Boxster (Sports Car of the Year) sowie der Lamborghini Huracán Performante (Supercar of the Year) den Sieg. Den Titel “Design of the Year” holte der ungewöhnlich gezeichnete Tata Nexon.


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QuelleNDTV
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