Mit dem Panamera GTS erweitert Porsche die viertürige Baureihe um eine reizvolle Variante. Zeit, einen Blick auf die Geschichte der ungewöhnlichen Limousine zurückzuwerfen.

Die Vorgeschichte

Der 911 ist für einen Sportwagen ungewöhnlich geräumig, und dennoch gab es seit vielen Jahrzehnten weitergehende Pläne für einen Porsche mit viel Platz für Mitfahrer. In den 60er-Jahren spielte Porsche das Konzept eines verlängerten 911 durch, und in den 80er-Jahren gab es versuchsweise Ableitungen des 928: Firmenchef Ferry Porsche bekam einen verlängerten Zweitürer mit der Dachform eines Kombi-Coupés vor die Tür gestellt, und es gab sogar Prototypen mit einer zweiten, nach vorn öffnenden hinteren Seitentür.

Es war eine Überraschung, als ein viertüriger Porsche auf dem Titel der ehrwürdigen “Motor Revue” auftauchte: Mit dem 989 – oben im Bild als zweites Auto von links – hatte niemand gerechnet. Zu diesem Zeitpunkt war das Projekt bereits gestoppt. Die Kosten für den Viertürer, der von einem vornliegenden V8-Motor angetrieben werden sollte, waren aus dem Ruder gelaufen. Später sollte Ulrich Bez, der das Projekt bei Porsche angetrieben hatte, seine Vorstellungen in Form des Aston Martin Rapide umsetzen.

Skizzen und Teaser

Die Enthüllung des Porsche Panamera im Jahre 2009 verläuft schrittweise. Ermutigt durch den Erfolg des Geländewagens Cayenne hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ein Modell angeregt, bei der es sich keineswegs um einen Sportwagen mit etwas mehr Platz handeln sollte, sondern um eine vollwertige Oberklasse-Limousine.

Für hervorragendes Platzangebot im Fond sorgt niemand geringeres als Wiedeking persönlich. Der stattliche Unternehmenslenker muß schließlich bequem in sein Flaggschiff passen.

Eindrucksvolles Technik-Paket

Zum Marktstart gibt es zwei V8-Motoren mit Hinterrad- und Allradantrieb, und das Modellprogramm wächst rasch und nachhaltig. Insgesamt umfaßt die Motorenpalette des Panamera bis zum Facelift im Jahr 2013 einen 300 PS starken 3,6-Liter-V6-Saugmotor mit 300 PS, einen 4,8-Liter-V8-Saugmotor mit 400 oder 430 PS sowie den 4,8-Liter-V8-Turbomotor mit 500 bzw. 550 PS. Dazu kommen ein von Audi zugelieferter 3,0-Liter-V6-TDI mit 250 PS sowie ein Audi-V6-Hybrid mit Kompressor und einer Systemleistung von 380 PS.

Während sich die weitaus meisten Kunden für die 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik entscheiden, gibt es im V6- und V8-Sauger bis zur Modellpflege auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Dabei werden beim Handschalter zuletzt – nach Auskunft eines Entwicklers – mehr Prototypen gebaut als Autos an Endkunden verkauft. Diesel und Hybrid gibt es in nur mit Achtstufen-Wandlerautomat.

Das Design des frühen Panamera kaschiert seine Pfunde nur unzureichend, doch es folgt strikt den Vorgaben, Platzangebot und Kofferraum einer Oberklasse-Limousine zu bieten. Das Cockpit präsentiert sich als futuristische Ansammlung von Knöpfen. Kleines Detail: Seit 2012 gibt es einen “Soundsymposer”, der künstlich den Motorenklang verstärkt; eingeführt wurde er im GTS.

Länge läuft

2013 erhält der Panamera ein Facelift. Gleichzeitig erscheint die “Executive”-Variante mit langem Radstand – entwickelt vor allem für China. Die handgeschalteten Versionen entfielen. Und es gab weitere Änderungen: Der 3,0-Liter-V6 leistet jetzt 310 PS; der V8-Saugmotor wird beim Panamera S durch einen 420 PS starken V6-Turbo ersetzt, während er im GTS auf 440 PS klettert; die Turbo-Varianten leisten jetzt 520 bzw. 570 PS.

Der Diesel stemmt jetzt 300 PS auf die Kurbelwelle, der Hybrid – mit obligatorischen grünen Designakzenten – produziert 416 PS.

Die Konzeptstudie Sport Turismo

Sie ist der Hingucker auf dem Pariser Salon im Jahre 2012: Die Konzeptstudie Sport Turismo. Sie soll als Kombivariante jenen Fans entgegenkommen, die sich an dem fülligen Heck der Limousine stören. Und eigentlich nimmt sie bereits in vielen Punkten die zweite Modellgeneration vorweg.

Das gilt allerdings nicht für das Cockpit: Es fällt beim Concept Car weitaus schlanker und sportlicher aus als im späteren Serienmodell.

Die zweite Modellgeneration

Nach sieben Jahren Bauzeit lanciert Porsche 2016 die zweite Generation des Panamera, und zwar auf einer völlig neuen Architektur: Dem Modularen Standard-Baukasten, den sonst derzeit nur Bentley nutzt. Die Form ist ansprechender als bisher, vor allem Dachlinie und Heckpartie wirken ohne Einbußen an Praktikabilität viel eleganter.

Das Motorenprogramm orientiert sich nunmehr gemäß dem konzerneigenen Baukastenprinzip durchgehend an den Spitzenmodellen von Audi. Unter der Haube stecken anfangs ein 3,0-Liter-V6-Turbo mit 330 PS, ein 2,9-Liter-V6-Biturbo mit 440 PS bzw. ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 550 PS.

Ergänzt wird das Motorenprogramm durch einen 462 PS starken 2,9-Liter-V6-Hybriden sowie einen 680 PS starken 4,0-Liter-V8-Hybriden. Und es gibt ein knappes Jahr lang einen 4,0-Liter-V8-TDI mit 422 PS. Mit seiner Kombination aus enormem Drehmoment und extrem niedrigem Verbrauch ist er das vielleicht sensationellste Aggregat, das je in einem Panamera verbaut wurde. Es fällt der Diesel-Hysterie zum Opfer.

Der Sport Turismo geht in Serie

Mit dem Sport Turismo lanciert Porsche den ersten Kombi in der Oberklasse überhaupt – und tut etwas für eine kleine, aber feine und vor allem zahlungskräftige Fangemeinde. Er setzt im Modellprogramm eine besonders individualistische Note – und ist mit allen Motoren der Limousine lieferbar.


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QuellePorsche
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